defr
Aktion gültig bis 30.09.2018: 6x kostenlos trainieren
Zum Angebot

Muskulatur

Muskelkater: Wie das Mäuschen zum Kater kommt

Die Bezeichnung Muskel stammt vom lateinischen Wort "Musculus", was Mäuschen bedeutet. Wenn Sie Ihren Bizeps anspannen, können Sie den Vergleich des Muskels mit einem unter der Haut zuckenden Mäuschen vielleicht nachvollziehen. Doch warum kriegt die Maus eigentlich einen Kater?

Es wird vermutet, dass das Wort Muskelkater im Mittelalter von dem Wort Katarrh abgeleitet wurde, was Entzündung bedeutet. Und damit sind wir schon bei der Ursache der Schmerzen. Muskelkater – eine Folge des Laktats? „Nein“, sagt Muskelphysiologe Dr. David Aguayo von der Forschungsabteilung Kieser Training. „Was schmerzt, ist nicht das Resultat einer Ansammlung von Laktat, sondern Zeichen einer (Mikro-) Entzündung.

Ungewohnt hohe körperliche Beanspruchungen führen zu kleinen Mikrotraumen, die innerhalb von 24 bis 48 Stunden eintreten können. Laktat führt dagegen lediglich zu einer Abnahme des pH-Wertes in der Zelle, was zwar die Kraftproduktion der Muskelfaser hemmen kann, aber für den Muskelkater nicht verantwortlich ist.“

Muskelkater – Voraussetzung für den Muskelaufbau?

„Aus physiologischer Sicht gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Muskelaufbau und Muskelkater“, betont Dr. Aguayo. „Er ist vielmehr ein Zeichen für eine Überbelastung des Muskels. Deswegen ist es wichtig, ihm ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben.“ Unter normalen Umständen verschwindet Muskelkater nach ungefähr vier Tagen. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Muskel dann bereits regeneriert ist, denn die Regenerationszeit kann durchaus mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Daher empfiehlt der Experte, bei starkem Muskelkater nicht einfach die gleichen Muskeln mit der gleichen hohen Intensität zu belasten. „Belastung und Regeneration sollten sich die Waage halten“, so Aguayo. „Wenn Sie den Reparaturprozess stören und mit sehr hohen Intensitäten in den Muskelkater hinein trainieren, kann sich das Gleichgewicht Richtung Degeneration verschieben.“

Konkret bedeutet das: Muskelgewebe schwindet und der Muskel wird mit Fett- und Bindegewebe durchsetzt. Besser sei es, die Muskulatur nur leicht zu beanspruchen oder andere Muskeln und Muskelgruppen zu trainieren.

Dehnen gegen Muskelkater?

Hilft es, die Muskulatur vor oder während des Trainings zu dehnen, um den Muskelkater zu verhindern? „Wir wissen inzwischen, dass dies nicht der Fall ist“, sagt Dr. Aguayo. „Allerdings können dehnende Übungen helfen, das Schmerzempfinden bei einem vorhandenen Muskelkater zu reduzieren.“