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Fördert Vitamin D den Muskel- und Kraftzuwachs?

Eine Forschungsgruppe des Instituts für Sportmedizin an der Universität Dänemark wollte wissen: Führt Krafttraining in den Wintermonaten aufgrund tieferer Vitamin D-Werte zu geringeren Anpassungen und ließe sich diesen durch eine Supplementierung entgegenwirken?

Das Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein, da es primär in der Haut durch die UVB-Strahlung der Sonne gebildet wird (UV: Ultraviolettstrahlung). Die Zufuhr über die Nahrung spielt lediglich eine untergeordnete Rolle. In den Herbst- und Wintermonaten erfährt die Haut selten eine hinreichende UVB-Exposition, weshalb die Vitamin D-Konzentration im Blut saisonal schwankt, und die Werte im Winter im Vergleich zum Sommer tiefer sind. Neben der Jahreszeit können auch regionaler Breitengrad, Tageszeit der Sonnenexposition, Sonnenschutzmittel, Kleidung, ethnische Zugehörigkeit und Alter die Rate der Vitamin D-Produktion beeinflussen. Mit zunehmendem Alter kommt es etwa häufiger zu einem Vitamin D-Mangel. Möglicherweise liegt dies darin begründet, dass die Sonnenexposition und die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu synthetisieren, abnimmt.

Der Zusammenhang zwischen einem niedrigen Serumspiegel eines „Vitamin D-Markers“ und dem Risiko einer Sarkopenie, griechisch sarx (Fleisch) und penia (Armut), d. h. Muskelschwund, ist bei älteren Menschen gut belegt. Nicht eindeutig geklärt ist bislang die genaue Wirkung auf die Muskelzellen.

Die Untersuchung

Aus diesem Grund rekrutierten die dänischen Forschenden gesunde, untrainierte, junge (Alter 20–30) und ältere (Alter 60–75) Männer. Diese Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Die Vitamin D-Gruppe nahm 16 Wochen täglich 48 μg Vitamin D3 zusammen mit 800 mg Kalzium ein. Die Placebogruppe nahm 800 mg Kalzium ein. Die Untersuchung fand während eines Zeitraums und in einem Breitengrad mit geringer Sonneneinstrahlung statt. Während der letzten zwölf Wochen der Supplementierung trainierten alle Teilnehmer die vordere Oberschenkelmuskulatur.

Das Ergebnis

In der Vitamin D-Gruppe stieg die Vitamin D-Konzentration signifikant an und unterschied sich in Woche zwölf sowohl bei jungen Männern als auch bei älteren signifikant von der Placebogruppe. In beiden Gruppen nahmen nach zwölf Wochen Krafttraining im Vergleich zum Ausgangswert die Querschnittsflächen der vorderen Oberschenkelmuskulatur sowie die isometrische Kraft zu. Es konnte also kein zusätzlicher Effekt einer Vitamin D3-Zufuhr während eines zwölfwöchigen Krafttrainings auf das Muskelwachstum oder die Muskelkraft festgestellt werden. Dieses Resultat bestätigt bislang durch­geführte Studien zum Thema. Alleiniges Krafttraining führte in allen Studien zu einer Verbesserung der Muskel­masse und Kraft. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Supplementen vermochte diese Verbesserungen jedoch nicht weiter zu steigern.

Fazit

Räumen Sie einem richtig ausgeführten Krafttraining oberste Priorität ein, und sorgen Sie darüber hinaus für die hinreichende, notwendige Menge an Nahrungsprotein. Krafttraining und Protein bilden die Basis für Muskel- und Kraftzuwachs. Optimale Vitamin D-Konzentrationen im Blut bewirken im Vergleich zu knappen Vitamin D-Werten in Bezug auf den Muskel- und Kraftzuwachs keine zusätzlichen Effekte. Dennoch sollten Sie einem Vitamin D-Mangel vorbeugen, da niedrige Vitamin D-Konzentrationen mit der Entstehung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depressionen, Osteoarthritis, Multipler Sklerose und einem schwächelnden Immunsystem in Zusammenhang gebracht werden. Daher ist es sinnvoll, den Vitamin D-Spiegel bestimmen zu lassen.

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