Eingelenkübungen, Bauchmuskulatur, App
17/02 2012
Lieber Alexander,
Der Wunsch das Trainingsprogramm oder die Methode zu ändern entsteht in den meisten Fällen dann, wenn der Fortschritt stagniert.
Es ist keinesfalls „schädlich“ wenn Sie Eingelenkübungen verwenden. Ich wollte lediglich klarstellen, dass mit Eingelenkübungen eine Korrektur – welcher Art auch immer – bezweckt wird. Ein weiterer Zweck, den ich nicht aufgeführt hatte, ist der Einsatz von Eingelenkübungen beim sog. Vorermüdungsprinzip: Die B1 unmittelbar vor der B6, die C1 unmittelbar vor der C3, bzw. J3 usw. „Unmittelbar“ bedeutet hier mit so wenig Pause zwischen den beiden Übungen wie möglich, da sich der Muskel schon in 3 Sekunden zu ca. 50% erholt.
Die Bauchübung F2 ist für Anfänger und in der Rehabilitation wichtig, zumindest solange, wie damit Fortschritt erzielt wird. Danach kann sich intensives Bauchtraining für die weitere Kraftentwicklung sogar kontraproduktiv auswirken. Das ist ein empirischer Befund, der schon vor 40 Jahren von Vince Gironda, einem bekannten Krafttrainer aus Hollywood, beobachtet wurde. Als Ursache wird eine chronische Reizung des Solar Plexus vermutet. Die Bauchmuskulatur ist ohnehin bei mehreren Übungen stark involviert, insbesondere bei der C1 und der J3. (Wird die J3 exzentrisch und mit Zusatzlast ausgeführt, kann ein extremer Muskelkater des geraden Bauchmuskels resultieren.) Es gab berühmte Bodybuilder, die völlig auf spezifisches Bauchtraining verzichteten.
Das Thema Apps wird bei uns diskutiert. Sollte diese Applikation tatsächlich zu besseren Trainingsresultaten führen, ist dies eine ernsthafte Option.
Das Wichtigste ist, dass Sie keine Rückenschmerzen mehr haben. Erst kommt die Gesundheit – alles andere viel später!
Ihr Werner Kieser
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